Erster österreichischer Puliclub
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Rassemerkmale und Standards

Allgemeines, Verwendung

Von mittelgroßer Statur, munter, beweglich, klug, anspruchslos. Von fester Konstitution, feinem Knochenbau, doch sehnig und muskulös in allen Körperpartien. Rumpf und Gliedmaßen bilden ein Quadrat. Es ist schwer, die einzelnen Körperformen für sich zu betrachten, da der ganze Körper von einem zum Verfilzen neigenden, aus engewellten, reichlichen, langen Haaren bestehenden Fell bedeckt ist. Die Augen werden durch die langen Haare wie von einem Schirm beschattet, wodurch der Kopf kugelrund erscheint. Die lange Rute wird über den Rücken geringelt getragen, wodurch der Rücken gegen die Kruppe zu steigen scheint. Die Umrisse des Rumpfes sind durch bloße Betrachtung kaum festzustellen, auch sind die einzelnen Bestandteile der Gliedmaßen nicht zu unterscheiden.

Der Puli stammt aus Asien, ist ein urwüchsiger, ungarischer Hirtenhund, der nicht nur zum Hüten und Treiben, sondern auch als Wachhund in Haus und Hof vorzüglich seinen Dienst versieht. Größere Exemplare der Rasse bewiesen auch ihre hervorragende Tauglichkeit als Schutz- und Spürhunde.

Kopf

Im Ganzen klein, fein. Von vorn gesehen sieht er rund, von der Seite elliptisch aus. Befühlt erscheint der Schädel rund, der Fang kürzer, er macht 35 % der Kopflänge aus. Die Augenbögen sind gut ausgeprägt. Etwas betonter Stop, Nasenrücken gerade, nicht spitz, sondern stumpf abgerundet. Nasenspiegel, Augenlider und Lefzen schwarz.

Der Puli zeigt ein regelrechtes kräftiges Gebiß, die Schneidezähne schließen sich als Schere, der untere Eckzahn steht knapp vordem oberen, die übrigen Zähne greifen ineinander. Die Lefzen sind straff anliegend. Die Augen sind rund, bewegen sich die Ohrmuscheln selbst bei Erregung nicht im Geringsten nach oben. Sie haben die Form eines breiten, unten abgerundeten „V“.

Der Hals wird in einem Winkel von 45° zur Waagerechten getragen, ist fest und muskulös. Durch die reiche Behaarung ist keine scharfe Grenze bemerkbar; zeigt sich eine solche, dann deutet das schon irgendeinen Fehler an.

Die vorderen Gliedmaßen

Die Schulterblätter liegen am Brustkorb dicht an, die Schultergelenke begrenzen die Breite der Vorbrust. Schulterblatt und Oberarmknochen bilden miteinander einen rechten Winkel. Oberarm mittellang, gut bemuskelt, etwa parallel zur Längsachse des Rumpfes gestellt, das untere Ende darf, zusammen mit dem gesamten Ellbogengelenk, nicht vom Körper abstehen, jedoch auch nicht unter den Brustkorb gerichtet sein. Ober- und Unterarm bilden einen Winkel von 120-130°. Der Unterarm ist gerade und senkrecht gestellt, straff bemuskelt. Die Partie unterhalb des Unterarms soll kurz und trocken sein, die Fessel bildet mit der Waagerechten einen Winkel von 45°. Die Pfoten sind fest, rund und kurz, Hautflächen (Nasenspiegel, Lider, Lefzen) schwarz. Gaumen gleichmäßig dunkel, oder dunkler Grund mit noch dunkleren, stark pigmentierten Flecken. Zunge hellrot. Krallen und Ballen schwarz oder schiefergrau. Ein pigmentloser Fleck auf der Brust von höchstens

5 cm Durchmesser wird geduldet, eine weiße Stichelung zwischen den Zehen ebenfalls. Andere Abzeichen sind nicht erwünscht.

Das Fell besteht aus gröberen Deckhaaren und feineren Wollhaaren. Seine Beschaffenheit wird durch das Verhältnis der beiden Haararten bestimmt. Zuviel Deckhaare mit zuwenig Unterwolle ergeben ein „offenes“ Fell. Viele Wollhaare mit zuwenig Deckhaaren bringen übertriebene Verfilzung zu knotigen Brettern, sogenannten „Speckseiten“, mit sich. Das richtige Verhältnis beider Haararten produziert die erwünschte „Pusztabehaarung“ – lange, schmale Filzplatten. Das „Schnürenfell“ entsteht, wenn die Wollhaare ganz gleichmäßig enggewellt sind. Diese Zotten verfilzen sich nur in geringem Maße, sie bilden lange, gleichstark ablaufende Schnüre.

Die Behaarung ist an der Kruppe, den Lenden und Keulen am längsten: 8-10 cm, am kürzesten am Kopf und an den Pfoten: 3-6 cm. Es gibt auch Exemplare, deren Fell beinahe an den Boden reicht. Nach dem Werfen, in der Arbeit, durch eine überstandene Krankheit oder aber durch ungenügende Fütterung pflegt der Puli abzuhaaren: er wirft die langen Haare Vorderhand, ausnahmsweise die des ganzen Körpers, ab. In solch abgehaartem Zustand ist es schwer, sich über die Beschaffenheit des Fells ein Urteil zu bilden. Unerwünscht ist ein zerkämmte, igelartig abstehendes Fell, doch ein vollkommen verwahrlostes, vernachlässigtes ebenfalls.

Der Puli kommt in mehreren Farben vor. Heute wird er gezüchtet in schwarz (mit rostrotem Anflug), in allen Schattierungen von grau und in weiß. (Anmerkung des PuK: Heute wird auch wieder die Zucht der falben und maskenfalben Pulis betrieben).

Größe und Gewicht:

Widerristhöhe nach Stockmaß:

bei Rüden:

erwünscht: 40-44 cm
zulässig: 37-39 cm
und 45-47 cm

bei Hündinnen:

erwünscht: 37-41 cm
zulässig: 34-36 cm
und 42-44 cm

Bewegung

Der Puli macht keine langen Schritte, sein Galopp ist kurz, wenig raumgreifend, doch flink und sehr rasch, charakteristisch.

Typfehler, Fehler

Langer Fang, steil angesetzter Hals, langer Rumpf, wodurch die Quadratur verloren geht, gerade Kruppe, lockere Rute, kurze, glatte oder offene Behaarung, viel zu große Filzplatten, hellbraune Augen. Widerristhöhe von 34-37 cm bzw.

47-50 cm bei Rüden, oder von 31-34 bzw. 44-47 cm bei Hündinnen.

Ausschließende Fehler

Starker Vor- oder Überbiß, aufrecht stehende Ohren, gerade Rute, Stummelschwanz, Buntscheckigkeit, große Abzeichen. Schokoladenbraune Färbung, die sich auch im Pigment bemerkbar macht. Fehler der Pigmentation. Rüden unter 34 cm und über 50 cm, Hündinnen unter 31 und über 47 cm Widerristhöhe.